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Feb

Interview zu Stress und Bluthochdruck (Süd-Anzeiger, Dortmund)


Über die Möglichkeit, bei Bluthochdruck mit Stressmanagement zu behandeln, wurde am 27.1.10 ein Interview im Dortmunder Südanzeiger veröffentlicht.

Stress beginnt im Kopf

Interview mit dem Hombrucher Mediziner Dr. Johannes Koepchen

Stress im Büro, in der Familie
oder mit dem Nachbarn:
Das kann auf Dauer
ernsthafte Folgen für die
Gesundheit haben. Eine davon:
Bluthochdruck.

HOMBRUCH. „Es sollte aber
nicht gleich die blutdrucksenkende
Pille sein, zu der
man greift. Der Stress und
seine gesundheitlichen Risiken
bleiben. Und dagegen
muss man etwas tun“, sagt
Dr. med. Johannes Koepchen.
Der Hombrucher führt eine
Privatpraxis für Gefäßchirurgie
und Stressmedizin und gilt als
ausgewiesener Stressexperte,
bietet Seminare an und forscht
auch auf diesem Gebiet.

Süd-Anzeiger: Herr Dr. Koepchen,
was ist Stress?

Dr. Koepchen: „Stress ist generell
eine Körper-Reaktion
auf Herausforderungen. In der
Evolution wurde die Stressreaktion
entwickelt, um bei Gefahren
fl iehen oder kämpfen
zu können. Wie der Körper das
in Millisekunden schafft, ist
ein kleines Wunder. Die akute
Stressreaktion ist gut und völlig
ungefährlich. Probleme gibt
es, wenn der Stress zu oft oder
chronisch auftritt.“

Stress wird von jedem Menschen
unterschiedlich empfunden.

Man spricht ja auch von
positivem Stress.
„So lange ich den Eindruck
habe, dass ich die Belastungen
kontrollieren kann, ist alles o.k.
und der Stress ist positiv, eine
Herausforderung. Bewältigter
Stress ist eine wertvolle Erfahrung.
Wenn ich aber denke:
,Das schaffe ich nicht‘, ,Das
wird alles zu viel‘, wird der
Stress für mich unkontrollierbar
und wirkt dann negativ.“

„Negativer Stress
wirkt so, als würde ich
meinen Motor ständig
auf zu hoher Drehzahl
laufen lassen.“

Dr. med. J. Koepchen

Wie krank kann negativer
Stress machen?

„Negativer Stress wirkt so,
als würde ich meinen Motor
ständig auf zu hoher Drehzahl
laufen lassen: Puls und
Blutdruck steigen, Cholesterin
und Zucker im Blut sind
erhöht, die Muskeln werden
verspannt, das Immunsystem
wird geschwächt oder kommt
durcheinander, die Zellen
altern rascher, der Schlaf wird
gestört, die Potenz lässt nach,
Osteoporose wird gefördert.
Dauer-Stress führt häufi g zur
Erschöpfung und Burnout.
Das ist alles wissenschaftlich
gesichert. Mich interessiert
als Gefäßchirurg vor allem die
Auswirkung auf die Arterien.
Dabei spielt der Bluthochdruck
eine Hauptrolle. Er ist
wesentlich für Herzinfarkt und
Schlaganfall verantwortlich.“

Was ist ihr Rezept in diesem
Fall?

„Jeder kann lernen, mit den
Stressbelastungen besser umzugehen.
Das sind Basis-Fähigkeiten,
die man trainieren
kann wie Muskeln im Sport.
Dazu gehört: in kurzer Zeit
entspannen und regenerieren
zu können, seine Körper-Reaktionen
auf Stress kontrollieren
lernen. Wesentlich ist, mentale
Methoden zu lernen, um auf
Druck und unangenehme
Situationen angemessen zu
reagieren: die Realität nehmen
lernen, wie sie ist. Akzeptieren,
dass jeder seine Grenzen hat.
Auch mal ‚nein’ sagen lernen.
Eine aktive und achtsame
Haltung im Leben entwickeln.
Lebensfreude entdecken und
pfl egen. Lernen, mit sich selbst
liebevoll und freundlich umzugehen,
auch wenn mal etwas
nicht gleich klappt. “

Also alles reine Kopfsache?

„Bei Stress entscheidet der
Kopf, ob er bei mir positiv oder
negativ wirkt. Andererseits ist
Stress eine Körper-Reaktion.
Wenn der Körper überdreht,
reicht besseres Denken allein
nicht aus. Es ist wichtig, seine
eigene Reaktion auf Stressbelastungen
und auch seine
Grenzen zu kennen. Und ich
kann über Körper-Übungen
sehr rasch die Stress-Drehzahl
im Körper senken.“

Welche Erfahrungen haben
Sie mit Ihren Stresspatienten
gemacht?

„Wichtig ist zunächst, herauszufi
nden, was für ein Stresstyp
jemand ist. Wie ist meine
Stressreaktion? Reagiere ich
zum Beispiel mit Veränderungen
am Herzen oder nicht?
Das messe ich mit Biofeedback,
das geht auch für den
Blutdruck. Das Basis-Training
erlaubt vor allem dem Körper,
wieder zur Ruhe zu kommen
und Kraft zu schöpfen. Auch
Herzrhythmus-Störungen und
erhöhter Blutdruck können
sich dabei bessern.“ (wei)

Erschienen im Süd-Anzeiger am Mittwoch, 27. Januat 2010


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Dienstag, 2. Februar 2010 - Dr. Johannes Koepchen

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