19
Jan

Achtsamkeits-Training : weniger Stress aus dem Kopf


Haben Sie schon einmal versucht, sich an einem stillen und vertrauten Ort – z.B. an Ihrem Lieblingsplatz im Garten oder im Wohnzimmer – hinzusetzen, die Augen zu schließen, um abzuschalten und Ruhe zu finden? Was passiert?
Vielleicht können Sie sich einige Zeit auf die Umgebung, auf die Geräusche, auf die Luft oder Gerüche konzentrieren. Unweigerlich beginnt dann der Geist, abzuschweifen: Gedanken kommen, Erinnerungen an Ereignisse und Situationen, die vielleicht schön, manchmal aber auch unangenehm und lästig sein können. Und oft genug haben uns unsere Sorgen wieder eingeholt. Wenn wir versuchen, die Gedanken wegzudrängen, sind sie oft nur umso hartnäckiger.

Stellen Sie sich vor: dieser ständigen Fluss der Gedanken, den wir jetzt so intensiv empfinden, läuft ständig in unserem Kopf ab, den ganzen Tag (und manchmal auch nachts). Oft spüren wir ihn, weil er dazu führt, dass wir bei anderen Tätigkeiten – z.B. beim Arbeiten oder im Haushalt – eigentlich gedanklich ganz woanders sind. Der Kopf scheint dann dauernd zu rattern, auch mit lästigen Gedanken, die einem keine Ruhe lassen.

Unser Geist ist oft wie ein wildes Pferd, das einfach nicht Ruhe geben will, hierhin und dorthin springt und sich wirklich schwer bändigen lässt. Das Ziel der Achtsamkeits-Praxis ist es, diesen „wilden“ Geist zu „bändigen“, um uns davon unabhängiger zu machen. Dann wird unser Kopf frei für uns selbst.

Der erste Schritt dazu ist, überhaupt diese Gedanken wahrzunehmen und zu akzeptieren.
Das bedeutet, diese Gedanken zunächst zu akzeptieren, so wie sie sind. Wichtig dabei ist, ohne unsere „mentalen Filter“ daran zu gehen, ohne unsere eigenen Bewertungen und Beurteilungen. Denn nur dann können wir unsere Gedanken so wahrnehmen, wie sie tatsächlich sind (genauer gesagt, wir nähern uns schrittweise diesem Ziel). Akzeptieren bedeutet überhaupt nicht, diese Gedanken für gut zu halten und sich damit abzufinden. Nur um sie verändern zu können, müssen wir sie zuerst einmal kennenlernen.

Der zweite Schritt ist, sich unsere Gedanken genau anzusehen: wie sind sie, welche Empfindungen haben wir? An was erinnert uns das? Welche Denkmuster stecken dahinter? Gibt es Sorgen, Gedankenschleifen, Denkmuster, die immer wieder auftauchen? Was sagt uns das? Sind diese Gedankenschleifen günstig für uns? Stimmt das überhaupt, was wir da dauern vor uns hin denken? Und wenn wir es für realistisch halten – sieht jeder Mensch auf der Welt so, oder ist das eine Meinung, die wir uns selbst gebildet haben und die vielleicht auch anders sein könnte?

Was sollten wir tun, um diese Einstellungen und Denkmuster zu ändern?

Stress ist immer eine Reaktion auf eine äußere Bedrohung, und nicht die Bedrohung selbst. Auf dieselbe äußere Situation reagiert jeder Mensch unterschiedlich – je nach seinen Einstellungen, nach seinen Fähigkeiten, nach seiner Tagesform. Die gute Nachricht daran ist: Einstellungen, Fähigkeiten und Form lassen sich trainieren. Wir können unsere Einstellungen verändern. Und damit verändern wir auch unsere Fähigkeiten, auf äußere Bedrohungen und Herausforderungen zu reagieren.

Das Ziel ist, möglichst gelassener und souveräner reagieren zu können, und uns unabhängiger zu machen von den äußeren Anforderungen.

Montag, 19. Januar 2009 - Dr. Johannes Koepchen

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