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Stressbewältigung schützt vor Depressionen


Die Depression kann jeden treffen. Sie ist in Deutschland zur Volkskrankheit geworden. Jeder zehnte Deutsche macht einmal oder mehrmals im Leben eine depressive Episode durch. Fast ein Drittel der Früh-Verrentungen geht auf Psychische Erkrankungen zurück, überwiegend auf Depressionen. Oft noch werden Depressionen als persönliches Versagen oder Schwäche angesehen. Wie kann man vorbeugen? Gibt es Möglichkeiten zur Prävention?


Das Konzept der Stressdepression (Otto Benkert) legt nahe, dass chronischer Stress in Erschöpfung, Burnout und/oder Depression übergehen kann. Dieselben Methoden, die beim Umgang mit Stressbelastungen hilfreich sind, beugen auch gegen Depressionen vor. Der gesundheitspolitische Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Jürgen Fritze, fordert darum, psychische Krankheiten, besonders Depressionen, müssten Lehr- und Übungsstoff in den Schulen werden, schon im Kindesalter müsse die Prävention beginnen, müsse etwa Stressbewältigung gelernt werden (Frankfurter Allgemeine Sonntags-Zeitung vom 31.8.2008).

Ein Schwerpunkt des Stressbewältigungs-Trainings (s. Kaluza 2007) stammt aus der kognitiven Verhaltenstherapie und befasst sich mit den stressverschärfenden Denkmustern und Denk-Gewohnheiten, z.B.:

  • sich überfordern, die eigenen Grenzen missachten, alles auf einmal wollen
  • Perfektionismus
  • Einzelkämpfer-Mentalität
  • "das brave Kind": es allen recht machen wollen
  • nicht "nein" sagen können
  • unrealistische Erwartungen an andere Menschen
  • "Feste" Vorstellungen wie " Es ist eine Katastrophe, wenn die Welt (mein Partner, mein Arbeitgeber, …) nicht so ist, wie ich sie gern hätte."

Wenn ein solcher stressverschärfender Denkstil zum permanenten Antreiber wird, kann er leicht zur Erschöpfung und zur depressiven Episode führen. Begünstigend wirken:

  • die mangelnde Möglichkeit oder Fähigkeit zur effektiven Entspannung
  • Schwierigkeiten im Umgang mit negativen Gefühlen wie Ärger oder Trauer
  • geringe Achtsamkeit auf die Warnsignale des Körpers
  • Selbstüberforderung (zu wenig für sich selbst sorgen)
  • Unfähigkeit, abzuschalten und wirklich zu genießen, also insgesamt zu wenig Lebensfreude

Das alles sind Themen im Stressbewältigungs-Training. Das Thema ist Lebensfreude und Kompetenz im Umgang mit Anforderungen und Belastungen. Auch wenn es Konstellationen im Leben gibt, die depressive Reaktionen begünstigen: es gibt immer Alternativen und Lösungsmöglichkeiten. Und genau das ist das Haupt-Thema im Stress-Seminar.

Weitere Informationen zum Thema Depression z.B. unter Bündnis gegen Depression

Dienstag, 2. September 2008 - Dr. Johannes Koepchen

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