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Jan

Zähne und Stress


Zahntechniker Jürg Stuck, der international durch seine funktionsorientierte Arbeits- und Ausbildungstätigkeit bekannt ist, hat folgenden Gast-Beitrag zum Thema Stress, Zähneknirschen, Aufbiss-Schiene und Auswirkungen auf den Körper verfasst.

Lesen Sie hier was Stress und Zähne miteinander zu tun haben …



Was haben Stress und die Zähne miteinander zu tun?

Um diese Frage zu beantworten, hier ein kleiner Überblick woran Zähne, außer dem Essen, noch beteiligt sind: Sprechen, Lachen, Aussehen, Mimik, Körperhaltung und Abbau von psychischem Stress.

Dagegen ist die Aufgabe des Zerkleinerns von Nahrung für unsere Zähne geradezu ein Kinderspiel. Die größte Schwerstarbeit haben unsere Zähne beim, meist nächtlichen, Reiben, Pressen und Knirschen zu leisten. Der Begriff dafür ist Bruxismus. Untersuchungen haben ergeben, dass dabei ein Druck auf den Zahnreihen von bis zu 400 Kg lasten kann.


Extreme Abrasionen durch Bruxismus
Schrittweise Zerstörung der oberen Frontzähne

Wohlgeformte und intakte Zahnreihen sind durchaus geeignet, mit diesen Kräften richtig und dabei unschädlich für den gesamten Organismus umzugehen.

Aber mit zunehmendem Alter kommt es häufiger vor, dass durch Zahnwanderung, Kronen, Brücken oder herausnehmbaren Zahnersatz Veränderungen entstehen, so dass die optimale Zahnposition verloren geht. Die Folgen, nicht nur für die Zähne, sondern auch für den gesamten Halte- und Stützapparat können beträchtlich sein. Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen sind die auffälligsten Begleiterscheinungen. Hierzu finden Sie weitere Informationen bei Orthopädie plus, Dr. Friedhelm Erkens.

Was kann man dagegen tun?
Zwei Wege führen zum Ziel! Mit den entsprechenden Maßnahmen der Stressmedizin werden die Ursachen bekämpft, und zum Schutz der Zähne wird, hauptsächlich nachts, eine Aufbiss-Schiene getragen.

Wie geht so etwas?
Von den oberen und unteren Zahnreihen werden Abformungen genommen, um über diese Vorlage die Meistermodelle aus Dentalgips herzustellen.

Natürliches Gebiss
Kopie in Dentalgips

Der Unterkiefer wird nun in eine für die Kaumuskulatur angenehme Position zum Oberkiefer eingestellt. Danach werden die Dentalgipsmodelle in einem Kausimulator fixiert und die Bissschiene individuell angefertigt.

Dentalgipsmodelle im Kausimulator
Eingesetzte Schiene

Die Schiene muss in der anfänglichen Tragezeit kontrolliert und korrigiert werden. Nun kann die Wirkung beobachtet werden und ohne Zeitdruck die möglichen weiteren Schritte besprochen und geplant werden.

Was ist der Nutzen, wenn ich so eine Schiene trage?
Zuallererst schützt die Aufbiss-Schiene die Zähne vor weiteren Beschädigungen. Darüber hinaus unterbricht sie den immer wiederkehrenden Kreislauf der zerstörerischen Kräfte, von denen auch die Muskulatur und das Skelett betroffen sein können.

Schematische Darstellung, auf welche Bereiche die Kaumuskulatur Einfluss nehmen kann.

Gerade in der Stresstherapie ist darauf zu achten, dass von den vielfältigen Varianten von Schienen die richtige Therapieform gewählt wird. Ist das der Fall, bringt ein solch konstruierter Aufbissbehelf schnell Ruhe in das System und viele Verspannungen beginnen sich zu lösen.

Zur Homepage und Biographie von Jürg Stuck

Kommentar (jk): Es gibt systemisch orientierte Zahntechniker / Zahnärzte / Kieferorthopäden, die das nächtliche Knirschen der Zähne sogar für notwendig halten, weil wir dabei Stress abbauen. Insofern wäre die funktionsgerechte Stellung der Zähne um so wichtiger, damit wir nachts effektiv Stressbewältigung und Emotionen verarbeiten können, ohne dass die Zähne dabei Schaden nehmen!

Freitag, 11. Januar 2008 - Dr. Johannes Koepchen


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