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Training emotionaler Kompetenzen / Rezension


Wie kann ich mit schwierigen Emotionen (Stress, Ärger, Unzufriedenheit, Erschöpfung) angemessen und konstruktiv umgehen? Weil wir unser Leben lang negative Emotionen erleben werden, ist diese Fähigkeit entscheidend dafür, wie erfolgreich, gesund und zufrieden wir sind.
"Training emotionaler Kompetenzen" (TEK) heißt die Methode, die der Psychotherapeut Matthias Berking dazu erarbeitet hat. In der Tradition von Klaus Grawe (Bern) hat er ein Konzept entwickelt, das auf neurobiologischer Basis die derzeit besten Methoden integriert.

In dem Training werden Kompetenzen vermittelt, die einerseits achtsamkeits-basiert sind (negative Emotionen als wichtige Information verstehen und mit einer selbstunterstützenden Haltung erforschen), andererseits praktische veränderungs-orientierte Fähigkeiten vermitteln.

TEK-Basiskompetenzen

Im ersten Teil des Buches werden die wissenschaftlichen Grundlagen der Psychotherapie-Forschung knapp dargestellt. Schwerpunkt ist die Ausarbeitung der neurobiologischen Grundlagen und das ausführliche Trainings-Manual. Das TEK-Modell des konstruktiven Umgangs mit negativen Gefühlen beruht auf folgenden Schritten:

  • Basiskompetenzen 1 und 2: Muskel- und Atementspannung zur Verminderung der psychophysiologischen Stressreaktion (um Sicherheit und Kontrolle zu gewinnen und wieder denk- und handlungsfähig zu werden)
  • Basiskompetenz 3: Bewertungsfreie Wahrnehmung (erst einmal einen Schritt zurück treten und möglichst unvoreingenommen zu bemerken, was gerade passiert. Gefühle erkennen und benennen.)
  • Basiskompentenz 4: Akzeptieren und Tolerieren (Negative Gefühle kann man nicht einfach willentlich wieder los werden. Solche Bemühungen sind oft nicht erfolgreich, erzeugen Kontrollverlust und einen Teufelskreis von neuem Stress. Negative Gefühle auszuhalten und als Signal zu verstehen, ist daher eine wichtige Kompetenz.)
  • Basiskompetenz 5: Effektive Selbstunterstützung (eine anteilnehmende, wohlwollende und mitfühlende Haltung der eigenen Person gegenüber einnehmen, statt sich selbst zu verurteilen)
  • Basiskompetenz 6: Analysieren (Erklärungsmodelle trainieren, die Orientierung geben und konkrete Veränderungs-Möglichkeiten aufzeigen)
  • Basiskompetenz 7: Regulieren (aktives Veränderung einer emotionalen Reaktion in die gewünschte Richtung, Entwickeln eines Zielgefühls und Schritte dorthin).

Das Buch ist sehr nützlich für alle, die sich mit Stressmanagement und schwierigen Emotionen beschäftigen.
Matthias Berking, Training emotionaler Kompetenzen. Springer Medizin Verlag Heidelberg 2008 (ISBN 978-3-540-71682-2), 44,95 Euro.
Der relativ hohe Preis ist insofern gerechtfertigt, weil man über den Login-Code in dem Buch auf der zugehörigen Homepage www.tekonline.info das komplette Trainings-Manual erhält, incl. Powerpoint-Präsentation und ausführlichen Teilnehmer- Unterlagen. Im Buch selbst sind alle Folien mit exemplarischen Anleitungen erläutert.

Mittwoch, 2. Januar 2008 - Dr. Johannes Koepchen

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