Die Stressreaktion läßt sich mit Biofeedback z.B. über die Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit der Haut messen:

- Ich ärgere mich.
- Im Gehirn wird die Stressreaktion ausgelöst.
- Der Sympathikus-Nerv wird aktiviert (unser "Gaspedal", bringt den Körper in Millisekunden auf Fahrt, bereit zu "Kampf oder Flucht").
- Der Sympathikus-Nerv steuert u.a. mehrfach pro Sekunde die Schweißdrüsen der Haut. Bei Stress nimmt die Hautfeuchtigkeit zu (wir schwitzen).
- Die vermehrte Feuchtigkeit erhöht die elektrische Leitfähigkeit der Haut.
- Der Sensor am Finger misst die erhöhte Leitfähigkeit (Biofeedback).
- Das Messprogramm stellt dies als Anstieg der Kurve dar.
- Der Kurvenanstieg steuert das Auto auf der Carrerabahn.
Der Test geht am einfachsten so: der Proband erhält den Sensor an den Finger und kann zunächst erst einmal sich entspannen, an etwas Schönes denken oder wird über den Testaufbau auf lockere Weise informiert. Die Anfangs-Spannung sinkt, ebenso der Kurvenverlauf auf dem Bildschirm.
Dann bittet man den Probanden, an etwas zu denken, was ihn vielleicht ärgert. Oder man unterhält sich locker, in Dortmund vorzugsweise über den BVB oder über Schalke 04. Oder fragt nach der Arbeit. Oder bittet den Ehepartner, ein Stichwort zu geben. Der Effekt: die Kurve auf dem Bildschirm steigt rasant nach oben, das Rennauto auf der Bahn fährt an zu fahren, und wenn man nicht aufpasst, fliegt es aus der Kurve.
Wenn die Kurve auf dem Bildschirm steigt, ist das der Beweis dafür, dass die Stressreaktion abläuft. Wir messen nur die Auswirkungen an der Haut. Die übrigen Reaktionen (Blutdruck geht hoch, Puls wird schneller, Muskelspannung nimmt zu, Immunsystem reagiert, usw.) sind ebenfalls aktiv.
Fazit: die Stressreaktion läuft ungeheuer schnell ab, auch wenn wir es nicht spüren. Denken an etwas, das uns ärgert oder Sorgen macht, reicht schon aus. Wenn wir nicht aufpassen, schmeißt uns die Stressreaktion aus der Bahn.
Die positive Nachricht: wer sich mit dem mentalen Stressmanagement auskennt, kann die Stressreaktion günstig beeinflussen, abmildern oder stoppen. Das geht nicht von selbst, etwas Training und die richtige Anleitung gehört dazu.
Fotos von dem Stand im Rahmen der Herzwoche 2007, in der DASA Dortmund, 11.Nov.2007