27
Okt

Multiple Sklerose und Stress


Stressmanagementals therapeutische Option bei Multipler Sklerose

Die Bedeutung eines akuten oder chronischen Stressgeschehens
für den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) wird in den letzten Jahren
überwiegend zustimmend diskutiert, auch wenn größere Studien dazu fehlen.
Vor allem das Auslösen von neuen Schüben ist offenbar von
Stressbelastungen abhängig.
Das berichten auch immer wieder die Patienten selbst. Die
möglichen Wirkmechanismen sind Gegenstand intensiver Forschungen der
Neuro-Biologie und der Immunologie.

Ziel des Stressmanagements bei Multipler Sklerose ist es

  • die Fähigkeiten zur Stressbewältigung (coping) zu steigern
  • die eigenen Ressourcen zur Krankheitsbewältigung erfahrbar zu machen und als Motivation zur Verhaltensänderung zu nutzen
  • Ängste und depressive Episoden besser zu bewältigen
  • die soziale Kompetenz im Umgang mit der chronischen Erkrankung zu stärken
  • den chronisch-schubweisen Verlauf der
    MS möglichst günstig zu beeinflussen.

Literatur:
Kaluza
G
: Stressbewältigung. Trainingsmanual zur psychologischen
Gesundheitsförderung. Heidelberg 2005

Kaluza
G
: Effekte eines kognitiv-behavioralen
Stressbewältigungstrainings auf Belastungen, Bewältigung und (Wohl-)Befinden –
eine randomisierte, kontrollierte prospektive Interventionsstudie in der primären Prävention. Zeitschrift für klinische
Psychologie, 1998; 27: 234-243

Ellgring,
Gerlich, Macht, Schradi und das EduPark-Konsortium (Hrsg.): Psychosoziales
Training bei neurologischen Erkrankungen – Schwerpunkt Parkinson. Stuttgart
2006

Macht
M
, Ellgring H: Psychologische Interventionen bei der
Parkinson-Erkrankung. Stuttgart 2003

Apel
A
et al: Stress und Krankheitsverlauf der Multiplen
Sklerose.
Fortschr Neurol Psychiat 2006; 74:567-574
Gold StM et al: The role of stress-response systems for the pathogenesis and
progression of MS. Trends in Immunology 2005; 26: 644-652

Mohr DC et al: Association between stressful life events and exacerbation in
multiple sclerosis: a meta-analysis.
Brit Med J 2004; 328:
731-733

Schulz
KH
et al: Das Stresskonzept von Allostase und Allostatic Load:
Einordnung psychoneuro-immunologischer Forschungsbefunde an Beispielen zur
Autoimmunität und Onkologie. Psychother Psych Med 2005; 55: 1-10

Samstag, 27. Oktober 2007 - Dr. Johannes Koepchen


Kommentare

Hallo! Ich bin selbst betroffen und ich habe ein paar Vermutungen, welche möglicherweise einen auftreten von MS möglich machen. Ich hatte bis vor etwa einem Jahr eine jahrzehnte lange Amnesie, welche aufbrach und es ist durchaus möglich, dass der Auslöser ein bestimmte Form von Erlebnis und Verarbeitung und damit verbundenen emotionalen Stress auslöst. Wann genau werden eigentlich die T-Zellen auf ihre Arbeit vorbereitet? MfG Rose
Rosemarie Weber am 01.04.2014 18:59

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