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Okt

Parkinson-Erkrankung: Stressmanagement als Therapie-Option


Für den Verlauf Parkinson-Erkrankung ist die Stressbelastung von Bedeutung, weil
– die typischen Parkinson-Symptome unter Stress deutlich zunehmen (der Tremor verstärkt sich unter Druck, z.B. an der Kasse beim Zahlen, wenn andere warten)
– der schubweise Verlauf, manchmal mit "schlechten Tagen" ohne ersichtlichen Grund, ist mental äußerst belastend, für Patienten und für Angehörige. Stressbewältigung hilft bei den häufigen depressiven Verstimmungen und öffnet den Zugang zu den eigenen Ressourcen.
Das Seminarkonzept wird im folgenden beschrieben.

Stressmanagement bei Parkinson-Erkrankung: Seminarkonzept
Dr. Ralf Göbel, Dr. Johannes Koepchen, Dortmund 2006

Vorüberlegungen:

Die Erkrankung (Morbus Parkinson) wurde 1817 von James Parkinson (1755-1824) als Shaking Palsy (Schüttellähmung) bechrieben.
Etwa 2% der 65-Jährigen leiden an der Parkinson-Erkrankung, mit deutlicher Zunahme der Häufigkeit im Alter.
Neben den Hauptsymptomen

  • Rigor (Muskelsteifigkeit)
  • Akinese (Bewegungslosigkeit)
  • Haltungsinstabilität ist vor allem der
  • Tremor (Zittern, Schütteln)

als sehr auffälliges Zeichen der Parkinson-Erkrankung zu nennen.
Bei über 75% der Parkinson-Patienten treten zudem Schlafstörungen auf.

Etwa 80& der Parkinson-Patienten leiden an dem idiopathischen, d.h. primären Parkinson-Syndrom (IPS), dessen Ursache in einem ätiologisch ungeklärten Untergang bestimmter farbstoffhaltiger Zellen im Mittelhirn liegt.

Bei psychovegetativer Belastung (Stress) zeigt sich häufig – neben einer Zunahme der Bewegungsverlangsamung oder einer möglichen Überbewegung – eine Zunahme des Tremors.
Obwohl verschiedene, letztlich nicht vollständig geklärte Modelle bestehen, wie dieser Verstärkung der Symptome unter psychovegetativer Erregung ausgelöst wird, ist vermutlich eine Erhöhung des Sympathikotonus und eine weitere Beeinflussung der Basalganglien-Regelkreise unter Stress anzunehmen.

Thesen:

  • Die Symptome der Parkinson-Erkrankung werden durch psychovegetative Erregung verstärkt.
  • Mentales Stressmanagement hat physiologische Auswirkungen auf die somatischen und psychischen Reaktionen.
  • Durch mentales Stressmanagement zeigt sich im Längsschnittverlauf der Erkrankung eine günstige Beeinflussung der Bewegungsstörung und der Abhängigkeit von Hilfsmitteln.
  • Neben der medikamentösen Therapie und der Physiotherapie stellt das Stressmanagement sowohl eine pragmatische Hilfe hinsichtlich der Bewegungsstörungen dar als eine eine Bewältigungs-Strategie im Gesamtkonzept der Parkinson-Behandlung.

Weitere Informationen zum Seminarkonzept ‚Stressmanagement‘ bei Parkinson auf Anfrage.

Literaturempfehlung:
Ellgring, Gerlich, Macht, Schradi und das EduPark-Konsortium (Hrsg.): Psychosoziales Training bei neurologischen Erkrankungen – Schwerpunkt Parkinson. Stuttgart 2006
Macht M., Ellgring H: Psychologische Interventionen bei der Parkinson-Erkrankung. Stuttgart 2003
Kaluza G: Stressbewältigung. Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung. Heidelberg 2005

Samstag, 27. Oktober 2007 - Dr. Johannes Koepchen


Kommentare

Mit Stress umgehen zu können finde ich sehr wichtig. Denn im Leben hat so ziemlich jeder Mensch einmal mit Stress zu tun. Dann sollte man wissen, wie man am besten damit umgeht.

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