7
Mrz

Was kostet Stress im Unternehmen?


Die Techniker Krankenkasse hat in Zusammenarbeit mit dem FAZ-Institut festgestellt, dass 8 von 10 Personen ihr Leben als stressig empfinden, jeder dritte Befragte steht unter Dauerdruck. Berufstätige fühlen sich zunehmend überlastet. Aus unternehmerischer Sicht kann dies teuer werden. Denn Stress schadet auch dem Unternehmen. Dies belegt Prof. Martin-Niels Däfler von der Hochschule für Ökonomie&Management Frankfurt in der FAZ vom 20.2.2012. 

Nach seiner Analyse hat Stress für Unternehmen negative Folgen in mehrfacher Hinsicht:

  1. Mitarbeitern mit zunehmendem Stress unterlaufen mehr Fehler – oft mit hohen Kosten. Das schadet auch der Kundenreputation.
  2. In Unternehmen, in denen das Stressniveau von den Mitarbeitern als zu hoch eingeschätzt wird, tendieren die Mitarbeiter dazu, ihr Engagement zu reduzieren, machen „Dienst nach Vorschrift“. Folglich sinkt die Leistung und die Kosten steigen.
  3. Je gestresster die Mitarbeiter sind, desto öfter werden sie krank und fehlen.
  4. Stress ist für etwa ein Drittel der Frühverrentungen verantwortlich. Dadurch entstehen Kosten für die Akquirierung neuer Mitarbeiter. Und das Unternehmen muss einen Wissensverlust verkraften.
  5. Manche Mitarbeiter, denen der Stress zu hoch erscheint, verlassen das Unternehmen. Je höher der Stress, desto höher die Fluktuation.
  6. Die meisten Menschen benötigen Zeit und Freiräume, um innovativ zu sein. Stress macht einfallslos. Unter Stress kommt niemand auf zündende Ideen.
  7. Gestresste Mitarbeiter sind schlecht im Kundenkontakt, die Kundenzufriedenheit sinkt.

Prof. Däfler kritisiert, dass im Rechnungswesen die „Stresskosten“ nicht gelistet sind. Er schlägt Befragungen vor: „Fühlen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz gestresst?“ Diese Frage sei zwar weit gefasst – aber es komme genau auf den subjektiv gefühlten Stress an.

Als Maßnahmen empfiehlt er Änderungen in 4 Bereichen:

  • Unternehmenskultur/Führungsrichtlinien: Die Führungskräfte ermuntern ihre Mitarbeiter, keine Überstunden zu machen. Sie pflegen eine Kulter der Anerkennung und Wertschätzung. Es gibt Ansprechpartner zum Thema Stressbelastung.
  • Betrieblicher Gesundheitsschutz: Arbeitsplätze sollten so gestaltet sein, dass die Lärmbelästigung möglichst gering ist. Es existieren Angebote, die es die Mitarbeitern erleichtern, Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen.
  • Kommunikationspolitik: Die Mitarbeiter haben Zeiten, in denen sie ungestört arbeiten können. Es gibt Richtlinien zur Email-Bearbeitung, z.B. mit einer üblichen Frist zur Bearbeitung von 24 Stunden. Ausserdem ist genau zu prüfen, wer die Information tatsächlich benötigt.
  • Arbeitszeit- und Anreiz-System: bei der Stellendefinition wird der Aspekt „Stressbelastung“ einbezogen. Die Anzahl von Projekten je Mitarbeiter ist beschränkt.

Maßnahmen zur Stressreduzieren entsprechen demnach den klassischen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zur Leistungsorientierung und Kostenbewußsein.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20.2.2012
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitsgesundheit-stress-schadet-auch-dem-unternehmen-11655252.html

Mittwoch, 7. März 2012 - Dr. Johannes Koepchen

Kommentare deaktiviert für Was kostet Stress im Unternehmen?

Kommentare

Kommentare sind geschlossen

Suche

Facebook

Leser fragen Dr. Koepchen

Lieber Leser, wenn Sie spezielle Fragen zum Thema Stress und Stressmedizin haben, kann ich gern hier darauf eingehen.

Leserfrage an Dr. Koepchen

Infobrief

Tragen Sie sich jetzt ein und erhalten wissenswerte und spannende Themen direkt ins Postfach!

Medizinische Beratung

Zu den Erkrankungen durch Stressbelastung und "burn out"-Syndrom, können Sie auch persönlich mit mir Kontakt aufnehmen. Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir Ihr Anliegen. Ich melde mich gerne bei Ihnen! Ihr Dr. med. Johannes Koepchen

Anfrage zur Hilfe bei burn out

Links

Alle öffnen | Alle schließen

Internetmarketing