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Dez

Lebensphasenkonzept fördert Motivation und Gesundheit im Alter


„Wir haben eine neue Energiequelle entdeckt“, stellt die Entwicklungs­psychologin Ursula Staudinger fest. Sie weist die Unternehmen auf eine Reserve gut ausgebildeter und hochmotivierter Kräfte hin und sagt älteren Arbeitnehmern ungeahnte Chancen voraus.

Ursula Staudinger leitet in Bremen das Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Developement. Wer heute 65 Jahre alt ist, hat im Durchschnitt noch 22 Jahre vor sich, den größeren Teil davon in guter Gesundheit. Die Herausforderung ist, diese neu gewonnenen Jahre zu gestalten, ihnen Sinn zu geben. 

Dazu müsste man schon sehr früh beginnen, die beruflichen Anforderungen besser an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Individuums anzupassen. Denn diese wandeln sich nicht erst mit dem Eintritt in das Rentenalter.

Der Mensch ist nicht dafür gemacht, sein ganzes Leben lang tagein, tagaus die gleiche Arbeit zu tun. Es gibt typische Kurven von Hineinwachsen in eine Aufgabe, immer besser werden, sich zum Experten entwickeln, und dann gibt der Körper Alarm: Erschöpfung, Ermüdung, Verschleiß. Oder es treten geistige Abnutzungserscheinungen auf, Routine, nachlassendes Interesse. Dem kann man durch intelligente Konzepte mit lebenslangem Lernen und Veränderungen vorbeugen.
Es geht um ein Konzept von Lebensphasen, individuelle Entwicklung, um neue Motivation. Staudinger tritt ein für mehr Flexibilität. Arbeitszeitkonten, Auszeiten für Familie oder Fortbildung und andere persönliche Projekte. Immer mehr Menschen möchten nach dem Eintritt in das Rentenalter weiterarbeiten – aber nicht mehr mit der alten Intensität, mit weniger Druck.
Seit den 1990er Jahren steigen die Prozentsätze der Menschen über 55, die noch oder wieder am Arbeitsmarkt beteiligt sind. Vor 10 Jahren waren das unter 40%, zur Zeit liegen wir bei 60-62 Prozent, Tendenz weiter steigend.

Die Gesellschaft muss sich Gedanken darüber machen, wie sie das Geschenk des längeren Lebens nutzen möchte. Wenn es uns gelingt, Tatkraft und Freude an der Arbeit und damit auch die Produktivität für einen höheren Anteil der Bevölkerung über 5 Dekaden oder länger zu pflegen und aufzubauen – dann haben wir Grund zur Zuversicht, dass der Demographische Wandel positiv genutzt werden kann.

Die Zitate sind entnommen aus dem Interview: „Wir haben eine neue Energiequelle entdeckt“ in PSYCHOLOGIE HEUTE, Dezember 2011
http://www.psychologie-heute.de/das-heft/aktuelle-ausgabe/detailansicht/news/wir_haben_eine_neue_energiequelle_entdeckt/

Donnerstag, 8. Dezember 2011 - Dr. Johannes Koepchen

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