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Aug

Einsamkeit schadet genauso wie Rauchen


Soziale Isolation ist ähnlich schädlich wie Rauchen, der Effekt ist noch größer als der Einfluss von Bewegungsmangel oder Übergewicht. Dies ist das Ergebnis einer großen Studienübersicht mit über 300.000 Beteiligten. Die Autoren der Studie fordern, dass dem Faktor „soziale Integration“ bei der Prävention ebensoviel Gewicht gegeben wird wie Tabak-Konsum, Ernährung oder Sport.

Soziale Integration schützt

Wer sich auf einen stabilen Freundes- und Bekanntenkreis stützen kann, hat eine um 50% höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als Menschen mit einem geringen sozialen Umfeld. Dabei ist weniger wichtig, ob man mit einem Partner zusammenlebt. Entscheidender ist der Umfang der „sozialen Integration“ (meint vor allem die soziale Aufgabe im Leben). Die lebensverlängernde Wirkung eines stabilen sozialen Umfeldes ist unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozialem Status.

Meta-Analyse von 148 Studien

Zu diesem Ergebnis kam die Forschergruppe um die Psychologin Julianne Hult-Lundstadt aus dem US-Staat Utah. Um das Sterblichkeits-Risiko und mögliche Ursachen genauer zu erforschen, wurden in einer großen Meta-Analyse (Studienübersicht) 148 prospektive Studien ausgewertet. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 64 Jahre, die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug 7,5 Jahre. Das Ergebnis wurde kürzlich in der renommierten PLoS (Public Library of Science) veröffentlicht. Meta-Analysen von prospektiven Studien gelten als die epidemiologischen Daten mit der größten Aussagekraft.

Die Autoren vergleichen die Bedeutung ihrer Studie mit früheren wegweisenden Erkenntnissen, dass Kleinkinder ohne sozialen Kontakt früh sterben.

Wie wirken soziale Faktoren auf die Gesundheit?

Mögliche Erklärungsmodelle sind: vermehrte Sozialkontakte puffern die Wirkung von Stressfaktoren, wirken als soziale Unterstützung. Andere Wissenschaftler betonen mehr die positiven Verhaltensmuster, die entstehen, wenn jemand sozial engagiert ist: er nimmt mehr am Leben teil  und hat einen aktiveren Lebens-Stil. Bekannt ist auch, dass soziale Unterstützung das Immunsystem stärkt und nach Herzinfarkten die Heilung stabilisiert.

 

„Wenn Du keine Freunde hast, dann stirbst Du an Alleinigkeit“ hat unser Sohn Jonathan in seinen jungen Jahren einmal gesagt. Genauso ist es!

Die Studie ist zugänglich unter
http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1000316

Übersicht über die Ergebnisse:

J. Koepchen 02.08.2010

Donnerstag, 5. August 2010 - Dr. Johannes Koepchen

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